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Für schöne Familienbilder im Herbst braucht es gar nicht viel: Mama, Papa, Kind & falls zur Hand, so ein niedlicher Hund! 🙂 Wir sind einfach in der Nachbarschaft herumspaziert und haben diesen kleinen Park in Bremen genutzt, mit dieser wunderbaren alten Bank. Familienshooting los! Als Fotografin hüpft einem da das Herz! 🙂 Viel Spaß mit ein paar Impressionen vom Shooting.

 

 

“Ich hätte gerne professionelle Fotos von meiner Familie und mir, aber warum müssen die immer so viel kosten? Der Freund meines Bruders hat eine Cousine, deren Bekannte hat `ne tolle Kamera, mit der sie uns fotografieren wird. Ich bekomme alle Bilder für nur 90 Euro auf CD! Sie hat auch eine Webseite, also ist sie nicht irgendwer…”

Hier ist eine kleine Geschichte für euch:

Susi hat schwer zu bändigende Haare. Sie sind sehr dick, irgendwie kraus und wellig, und von einer seltsamen aschbraunen Farbe. Der Freund ihres Bruders hat eine Cousine, deren Bekannte würde ihre Haare für 90 Euro waschen, schneiden, färben und fönen. Susis andere Möglichkeit wäre der stylische Salon von Claire, sie verlangt 250 Euro fürs Waschen, Schneiden, Färben und Fönen. Susi entscheidet sich, beide auszuprobieren.

Zuerst besucht sie Claudia, die Bekannte der Cousine vom Freund… naja, ihr wißt schon :D. Sie sitzt also in Claudias Küche, als Susi klar wird, daß Claufia ihre Haare im Küchenwaschbecken waschen wird. Sich über das Waschbecken zu beugen, während man auf einem wackeligen Küchenstuhl kniet, erweist sich als unbequem, Susi bekommt ein bißchen vom Shampoo ins Auge, was höllisch brennt, und Wasser tropft ihr vom Hals auf ihr Shirt. Sie gehen dann ins Esszimmer, von dem aus man ins Wohnzimmer sehen kann, wo Claudias Mann auf dem Sofa hockt, Fußball schaut und Bier trinkt. Als er sich nach vorne lehnt, um ein paar Chips aus der Tüte zu grabbeln, fällt Susis Blick auf sein “Maurerdecolletè”. Susi wendet den Blick ab und ruft sich ins Gedächtnis, daß Claudia ja nur 90 Euro verlangt und sich dafür eben keinen Salon leisten kann. Claudia beginnt mit dem Haarschnitt. Sie wirkt ein bißchen nervös dabei und Susi muss daran denken, daß Claudia ja erst seit kurzer Zeit Haare schneidet, und naja, sie wird es wohl besser hinkriegen, als Susi es selbst könnte. Außerdem hat sie über 500 Freunde bei Facebook, und das muss ja schließlich was heißen, oder? Claudia verschwindet in der Küche, um die Haarfarbe zu mixen. Sie ist sehr lange weg. Susi beginnt zu befürchten, daß etwas mit der Farbe schiefgegangen sein könnte. Was, wenn ihre Haare davon kaputtgehen und abbrechen? Sie fragt sich plötzlich… daß es einen GRUND geben muss, warum Claudia nur 90 Euro für diese Dienstleistung verlangen kann. Kommt sie nur durch den niedrigen Preis an ihre Kunden? Claudia färbt Susis Haare mit einem ganz tollen Blondfarbton. Susi beruhigt sich langsam und wird richtig aufgeregt, wie das Ergebnis wohl ausfallen wird. Waschen, Schneiden, Färben und Fönen für nur 90 Euro! Susi kann es kaum erwarten, allen ihre neuen Haare zu zeigen. Claudia fönt ihre Haare fertig und zeigt ihr das Ergebnis im Spiegel, und Susi muss feststellen, daß ihre Haare irgendwie gelb aussehen, der Schnitt wirkt ungerade und eckig. Sie holt tief Luft und denkt, daß es auf jeden Fall besser aussieht als vorher, und sie bezahlt ja auch nur 90 Euro. Am nächsten Tag trifft sich Susi mit ihren Freundinnen. Niemand macht eine Bemerkung zu ihren Haaren und Susi traut sich auch nicht, etwas zu sagen, weil sie im Grunde weiß, daß das Ergebnis nur mittelmäßig geworden ist, vielleicht sogar schlecht. Sie ist enttäuscht. 90 Euro schienen doch so ein Schnäppchen zu sein.

Susi erkennt, daß es nur ein Schnäppchen ist, wenn der Wert größer ist als 90 Euro.

Zwei Monate vergehen und Susi sitzt in Claire`s Friseursalon gleich um die Ecke. Die freundliche Empfangsdame bietet ihr einen Kaffee und ein Magazin zum Lesen an. Claire erscheint, stellt sich vor und fragt, was Susi mit ihren Haaren machen möchte. Sie unterhalten sich ein paar Minuten über den speziellen Blondton, den Susi haben möchte, und Claire stellt Fragen über Susi`s Stylinggewohnheiten, was sie mag, was sie nicht mag etc. Sie spricht auch über die neuesten Trends bei Frisuren, während Susi sich im Salon umsieht und mit Genugtuung die professionellen Arbeitsgeräte bemerkt. Claire gibt ihrer Assistentin ein paar kurze Anweisungen, während sie sich Susis Haare näher ansieht, und innerhalb weniger Minuten ist diese mit vier unterschiedlichen Farbtöpfen zurück. Als Claire beginnt, Susis Haare mit Light Blonde, Honigblond und Haselnussbraum zu strähnen, schließt Susi die Augen und lauscht der beruhigenden Musik aus den Lautsprechern. Sie fühlt sich entspannt und gut aufgehoben. Sie vertraut Claire. Als sie später unter der Trockenhaube sitzt, wird ihr wieder ein Kaffee und ein Magazin angeboten. Claire kommt dann und wann, um den Fortschritt der Färbung zu überprüfen. Sie erklärt, wie toll die Farben aussehen und führt Susi zu den Waschbecken, wo sie auf einem bequemen Ledersessel Platz nimmt. Sie lehnt ihren Kopf zurück und Claire beginnt zu waschen. Das Shampoo duftet wunderbar und Claire beendet das Waschen mit einer kleinen Kopfmassage, ehe sie Susis Haare mit Leichtigkeit trocknet und stylt. Als sie fertig ist, erkennt sich Susi kaum wieder im Spiegel. Sie sieht aus, als entspringe sie einem Modemagazin. Der Schnitt rahmt ihr Gesicht perfekt ein, wirkt frech und modern, genau abgestimmt auf Susis Styling. Die Farbe schimmert wunderbar, wenn sie den Kopf im Licht dreht, es scheint, als vereinten sich hunderte von Blondtönen in ihrem Haar. Susi erinnert sich, daß ihre Haare so aussahen, als sie ein kleines Mädchen war und den Sommer am Meer verbracht hat. Sie ist glücklich. Als sie sich am nächsten Abend mit ihren Freundinnen trifft, bekommt sie unzählige Komplimente über ihre Frisur. Eine ihrer Freundinnen möchte die Telefonnummer von Claire`s Salon und fragt, was der Schnitt denn gekostet habe. “250 Euro” antwortet Susi, und ihre Freundin meint:”Es sieht absolut fantastisch aus, was für ein Schnäppchen!”

Die 90 Euro, die Susi an Claudia gezahlt hat, waren kein Schnäppchen. Die 250 Euro für Claire schon. Wie ist das möglich? Alle beide haben Susis Haare gewaschen, geschnitten, gefärbt und gefönt.

Der Unterschied liegt im Erlebnis und in der Qualität. Die 250 Euro für Claire beinhalteten zwei Kaffee, einen komfortablen Stuhl, professionelles Equipment und Werkzeug, Erfahrung, Wissen und qualitative Arbeit. Sie beinhalteten ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit und Stolz. Die 90 Euro für Claudia beinhalteten billige Farbe, stumpfe Scheren, ein nasses Shirt und ein Maurerdecolletè.

Es wäre großartig, wenn es so ein Zwischending zwischen Claudia und Claire gäbe, nicht wahr?  Jemanden, der sowohl großartige Arbeit leistet UND billig ist. Das Problem ist, das es kein Zwischending geben kann. Wenn jemand Qualität anbietet, dann muss er auch dementsprechend Geld dafür verlangen, denn ein laufendes Geschäft kostet nun mal Geld. Eine Menge Geld. Geld für fortlaufende Weiterbildungen, Equipment, Marketing, Werbung  etc. Claire muss sich auch selbst ein Gehalt zahlen. Ansonsten würde sie kein gutlaufendes Geschäft führen, sondern einen gemeinnützigen Verein ohne Profitabsichten.

Wenn ihr also das nächste Mal Familienfotos machen lasst, fragt euch vorher, ob ihr diese Erfahrung mit Claudia oder mit Claire machen wollt.

Ich würde lieber 250 Euro für etwas ausgeben, das im Ergebnis unbezahlbar ist, als 90 Euro für etwas unter Wert zu verschwenden und mich damit unglücklich zu fühlen.

Wie ist es mit euch?  🙂

Heute wurde ich überrascht, und zwar richtig! 🙂  Erinnert ihr euch noch an das Engagementshooting von Melanie und Andreas? Als wir gerade am Hafen fotografierten, lösten sich plötzlich die beiden Helium-Ballons, die ich schnell irgendwo festgezurrt hatte, und flogen auf und davon. Nun ja, shit happens, nicht wahr? Zum Glück hatten wir die Ballon-Fotos schon im Kasten.

Heute kam nun ein Paket von Melanie und Andreas an, und was war wohl drin? Genau:

Die beiden haben mir nicht nur eine ganze Flasche Helium, eine Maxitüte heliumgeeigneter Ballons und eine Tüte weiße Riesenballons (das haben sie sich wirklich gut gemerkt, ich hatte erwähnt, daß ich eigentlich diese Ballons für das Shooting haben wollte, sie aber auf die Schnelle nirgendwo auftreiben konnte) geschickt, sondern auch ihre wunderschöne Einladungskarte zur Hochzeit (die ich fotografiere! 🙂 ). Mal im Ernst, ist das nicht einsame Klasse?

Mel & Andreas, ihr habt es geschafft, mich aussehen zu lassen, als könnte ich eine Banane quer essen. 😀  Das Lächeln auf meinem Gesicht ist immer noch nicht verschwunden, und ich kann kaum beschreiben, wie sehr ich mich über über dieses Paket gefreut habe! Vielen lieben Dank!!!

🙂  🙂  🙂

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